Gütergleisverlegung - Diverse Informationen

 

Stellungnahme zur „Drittgleis-Theorie“ der Bürgerliste

12.04.2012

Zu der fortwährenden Agitation der Bürgerliste gegen die Gütergleisverlegung und die Bahnstadt West mit dem jetzigen Verweis auf ein drittes Gütergleis möchten wir folgende Informationen geben:

Zur Entwicklung der Betuwe-Route findet sich auf der Website der tatsächlich betroffenen Stadt Emmerich folgender Hinweis:

 

 http://www.emmerich.de/C125747B00264310/html/679E0ADA24398BB5C12575D60041DBC5?opendocument&nid1=12645

 

31. August 1992
Vereinbarung von Warnemünde zwischen dem deutschen Bundesverkehrsminister Herrn Krause und seiner niederländischen Kollegin Frau Maij-Weggen

Hauptinhalte der Vereinbarung

  • Neubau einer Schienengüterhauptverbindung Betuwe-Route Rotterdam - Zevenaar - niederländisch-deutsche Grenze
  • Neu- und Ausbau der Anschlussverbindung von der Betuwe-Route zu den Grenzüber-gängen Oldenzaal / Bad Bentheim und Venlo / Kaldenkirchen
  • Ausbau der Schieneninfrastruktur im Hafen Rotterdam (zweigleisiger Ausbau mit Elektrifizierung, Terminalausbau)
  • Maßnahmen zur vollen Ausnutzung der Kapazität des Rangierbahnhofes Kijfhoek
  • Ausbau der Route Amsterdam - Utrecht - Arnhem - Zevenaar - niederländisch-deutsche Grenze für den Hochgeschwindigkeitsverkehr überwiegend bis auf 200 km/h
  • Ausbau der Route deutsch-niederländische Grenze - Emmerich - Oberhausen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr (Herstellen der vollen Leistungsfähigkeit, drittes Gleis zwischen Wesel und Oberhausen, Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf überwiegend 200 km/h)
  • Ausbau des Knotens Oberhausen (zweigleisige niveaufreie Verbindungskurven nach Duisburg und Herne

 

Ein drittes Gleis ist also nur zwischen Wesel und Oberhausen vorgesehen!

Die anliegende Informationsbroschüre der DB Netze zeigt auf S. 6 auf, welchem Zweck dieses dritte Gleis dient, nämlich neben dem regionalen Güter- und Personennahverkehr entlang des Niederrheins ein in der Mitte liegendes Überholgleis für den Güter- und Fernverkehr zu haben. Es soll hier also eine optimierte Mischnutzung von Güter-, Personennah- und Fernverkehr ermöglichen.

Demgegenüber haben wir in Opladen bereits eine Trennung zwischen dem Güter- und dem Personenverkehr mit einer jeweiligen Zweigleisigkeit.  

Insofern entbehrt die aktuelle „Drittgleis-Theorie“ der Bürgerliste jeglicher Grundlage.

 

        Uwe Becker        Michael Neuendorf       Markus Pott

 

Gütergleise

Ein Schreckensszenario

Von Hartmut Zitzen, 13.04.12, 19:02h, aktualisiert 13.04.12, 19:45h

 

Werden in Zukunft 1000 bis 1500 Meter lange Güterzüge im Drei-Minuten-Takt durch Opladen, Manfort, Schlebusch und Alkenrath rauschen? Erhard Schoofs entwarf dieses Schreckensszenario am Rande eine Bürgerversammlung.


Opladen - Am Ober- wie am Niederrhein machen Bürgerinitiativen gemeinsam mit vielen Städten und Gemeinden bereits Front gegen ein Vorhaben der Deutschen Bahn, das auch in Leverkusen zu erheblichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung führen könnte. Das befürchtet jedenfalls die Bürgerliste, die zunehmend lauter vor dem geplanten Ausbau des Güterzugkorridors Rotterdam-Genua warnt, der zwischen Emmerich und Oberhausen bereits konkrete Gestalt annimmt. Zur ersten von drei Versammlungen der Bürgerliste hatten sich am Donnerstagabend rund 40 mehr oder weniger besorgte Gäste in der Opladener Bahnhofsgaststätte eingefunden, um sich über das Vorhaben und seine Auswirkungen zu informieren. Erhard Schoofs, der Fraktionsvorsitzende, begrüßte dazu als sachkundigen Redner auch Karl-Heinz Jansen, Vorsitzender der Bürgerinitiative „BISS“ aus Emmerich.


Erschütternd. Schoofs entwarf zunächst ein wahres Schreckensszenario, das auf Leverkusen zurollen könnte: Die Bahn plane langfristig den Einsatz von 1000 bis 1500 Meter langen Güterzügen, die im Drei-Minuten-Takt durch Opladen, Manfort, Schlebusch und Alkenrath rauschen könnten. Er erwarte dazu den Ausbau der Gleise auf mindestens drei, eher vier Schienenstränge und habe außerdem gehört, dass die Bahn den Personenverkehr zwischen Köln und Wuppertal wegen zu geringer Fahrgastzahlen einstellen wolle. In diesem Fall brauche es dann auch keine genehmigungspflichtigen Neubauten; vielmehr könne die Bahn auf bereits vorhandenen Gleisen tun und lassen, was sie wolle. Nicht nur der damit verbundene Lärm, sondern vor allen die Erschütterungen durch die viele 1000 Tonnen schweren Güterzüge würden die Anwohner der Strecke dann nicht mehr zur Ruhe kommen lassen.


Bündnisse schmieden. Karl-Heinz Jansen empfahl den Leverkusenern, sich dagegen frühzeitig zur Wehr zu setzen und in möglichst allen betroffenen Stadtteilen Bürgerinitiativen zu gründen. Diese müssten sich unbedingt mit den Kommunalpolitikern verbünden, um Druck auf Land und Bund ausüben zu können. Das sei unabdingbar, weil die Bahn „fast allmächtig“ sei und sich nur von sehr wenigen Institutionen reinreden lasse.

Außerdem sei im Kampf mit der Bahn Expertenwissen gefragt, wenn man sich nicht über den Tisch ziehen lassen wolle. Als Beispiel nannte Jansen den sogenannten Mittelungspegel für den Lärm an Bahnstrecken: Selbst wenn der bei verhältnismäßig erträglichen 50 dB liege, nutze das überhaupt nichts, wenn nachts alle halbe Stunde ein Güterzug mit 100 dB am Schlafzimmer vorbeidonnere.


Schon am Freitag meldeten sich sowohl Bürgermeister Friedrich Busch (FDP) als auch die Ratsfraktion Opladen plus mit Presseerklärungen zu Wort und widersprachen Schoofs’ Befürchtungen: Eine Erweiterung des Gleiskörpers stehe in Leverkusen laut offiziellen Auskünften der Bahn überhaupt nicht zur Debatte. Die Bürgerliste mache lediglich Stimmung gegen die Gleisverlegung.

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